Chronik der Frauen: 2006
Chronik 2006
Das Wahlergebnis in den Palästinesergebieten schockiert die Welt: Die Hamas wird zur stärksten politischen Kraft.
In der Region Gitarama gibt es aufgrund des Genozids von 1994 und der weiten Verbreitung von AIDS besonders viele Waisenkinder, die ihre Geschwister alleine versorgen müssen.
Menschenhandel in Südosteuropa ist ein boomendes Geschäft. Kriminelle Netzwerke machen mit der Ware Mensch einen Profit von mehreren Millionen Dollar pro Jahr. Die Europäische Union hat vor kurzem einen Aktionsplan beschlossen, der die verstärkte Zusammenarbeit der Länder der EU und Südosteuropas im Kampf gegen Menschen- und Frauenhandel einfordert. Österreich setzt konkrete Schritte. Für Prävention, Opferschutz und Strafverfolgung stehen insgesamt 3,4 Millionen Euro zur Verfügung.
Das Problem der Wüstenbildung – der Verlust der biologischen Bodenproduktivität in ariden, semi-ariden und trockenen subhumiden Gebieten – hat in mehr als 100 Ländern weit reichende Konsequenzen. Die Vereinten Nationen wollen auf diese Problematik mit dem Internationalen Jahr der Wüsten und Wüstenbildung aufmerksam machen.
Iran nimmt die nukleare Forschung zur Urananreicherung wieder auf.
Die Sozialistin Michelle Bachelet wird zur ersten Staats- und Regierungschefin Chiles gewählt.
Autorin Oriana Fallaci nach einem langen Leiden gestorben
Die asiatische Vogelgrippe erreicht Deutschland.
Mehr Menschen als je zuvor verlassen ihre Heimatländer. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es derzeit 200 Millionen MigrantInnen, zum Großteil in den Ländern des Südens. Sie suchen einen Ausweg aus Krieg und Gewalt, Dürre und Hunger, Armut und einem Leben ohne Perspektiven.
Im Roten Meer sinkt eine ägyptische Fähre, 1027 Menschen sterben.
Die prominenteste Kurdenpolitikerin in der Türkei, Leyla Zana, hat sich nach einer Meldung der pro-islamischen Zeitung Zaman aus der aktiven Politik zurückgezogen, um sich ihrer Familie zu widmen. Zu zehn Monaten Haft, ersatzweise zur Zahlung von 4500 Euro, ist Eren Keskin, Vorsitzende des Menschenrechtsvereins IHD in Istanbul wegen „Beleidigung der türkischen Streitkräfte“ verurteilt worden. Gegenstand des Prozesses war die Teilnahme der Kurdin an einer Podiumsdiskussion im April 2002 in Köln. Sie referierte dort – gestützt auf konkrete Daten, die sie seit 1997 sammelt, über sexuelle Belästigung und Vergewaltigungen instaatlichem Gewahrsam.
In Berlin wird die Türkin Hatun Sürücü getötet - ein Mord für die "Familienehre", der das Land schockiert.
Die umstrittene Rechtschreibreform wird geändert. Alle 16 Ministerpräsidenten stimmen den vom Rat für deutsche Rechtschreibung empfohlenen Korrekturen zu.
Die Queen wird 80 - und das ganze Land feiert mit
Türkische Panzer und Wasserwerfer jagen kurdische Demonstranten. Schüsse, Tränengas, zerbrochene Scheiben, brennende Häuser, Schreie, Tote. - Tagelang herrscht Aufruhr in kurdischen Städten der Türkei, in Diyarbakir, Batman, Hakkari, Siirt, Mardin, Kiziltepe und Nusaybin; Diyarbakir wie im Kriegszustand. Die bisherige Bilanz: Sieben Tote (15 Tote, AdR),
darunter Kinder und Jugendliche, und Hunderte von Verletzte. Um ihre Hoffnung auf Frieden wurden sie erneut betrogen. Denn Ankara bereitete groß angelegte provokative Militäroperationen in den kurdischen Gebieten vor, setzte letal wirksame und nach internationalem Recht verbotene toxische Stoffe ein.
Das Berliner Landgericht verurteilt einen Türken, der seine Schwester im Namen der Familienehre erschossen hat, zu neun Jahren und drei Monaten Jugendhaft. Seine beiden mitangeklagten älteren Brüder werden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen.
In der Türkei werden Christen weiterhin diskriminiert.
Viereinhalb Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September beginnt in New York der Neubau des World Trade Center.
Der türkische Zoll hat mehr als eintausend Pippi-Langstrumpf-Bücher in kurdischer Sprache beschlagnahmt. Die Abenteuer der sommersprossigen schwedischen Kinderheldin seinen in Istanbul konfisziert worden, berichtete die schwedische Nachrichtenagentur TT am 24. August 2006.
Nach zwölf Jahren Bauzeit ist der 185 Meter hohe und 2309 Meter lange Drei-Schluchten-Staudamm in Zentralchina fertiggestellt.
Auf der Kümpflalm wird der heißgeliebte Braunbär erschossen. Fünf Wochen lang hatte Alpenwanderer Bruno die Nation in Atem gehalten.
Sie machte mit 16 Jahren Abitur, hat einen IQ von 145 und gewann die Gedächtnisweltmeisterschaften. Christiane Stenger, 19, verrät Gehirntrainings-Tipps - und dass sie sich Zahlen mit Hilfe von Schafen und Schneemännern merkt.
Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein steht erstmals wegen Völkermordes vor Gericht. Fast 20 Jahre nach Giftgasangriffen auf die kurdische Minderheit im Land, bei denen zwischen 50 000 und 100 000 Menschen getötet wurden, beginnt das zweite Verfahren gegen den Ex-Präsidenten.
Von einer Annäherung der Türkei an westliche Liberalität und Rechtsstaatlichkeit kann derzeit nicht die Rede sein. Im Gegenteil: In Brüssel verstärkt sich der Eindruck, dass die Regierung des gemäßigten Islamisten Recep Tayyip Erdogan das Rad der Reformen wieder zurückdrehen will, die ihr im vergangenen Jahr als Schlüssel fürs Vorzimmer der EU gedient haben.
In der Demokratischen Republik Kongo finden die ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit mehr als 40 Jahren statt.
Im schwäbischen Atomkraftwerk Gundremmingen wird Deutschlands größtes atomares Zwischenlager in Betrieb genommen.
Zur Untersuchung der in diesem Jahr erneut angestiegenen Frauenselbstmorde in Batman reiste die UN- Sonderberichterstatterin der Menschenrechtskommission zum Thema Gewalt gegen Frauen, Yakin Ertürk, nach Batman. In diesem Jahr haben bereits 36 junge Frauen in Batman Selbstmord begangen.
Die International Astronomical Union erkennt Pluto überraschend den Planeten-Status ab. Plötzlich gibt es nur noch acht Planeten - nicht zwölf, wie zuvor vermutet.
Acht Jahre musste Natascha Kampusch in Gefangenschaft leben. Ihre ganze Jugend verbrachte die heute 18-Jährige in dem Keller - tyrannisiert von ihrem Peiniger.
Zehntausende Zuchtvögel werden auf Geflügelfarmen in den indischen Unionsstaaten Gujarat, Maharashtra und der pakistanischen Nordwest-Grenzprovinz geschlachtet, nachdem die weniger aggressive Variante des HN-Virus aufgetreten war.
Der oberste Gerichtshof erlässt die Anordnung, dass die Eintragung jeder Ehe ungeachtet der Religion der Brautleute zukünftig zwingend ist. Die Richter geben der Zentral- und den Landesregierungen drei Monate Zeit entsprechende Gesetze zu erlassen und die Verfügung umzusetzen. Mit Hilfe der neuen gesetzlichen Regelung hofft der oberste Gerichtshof das Mindestalter bei Hochzeiten sicherstellen und Eheschließungen ohne die Zustimmung beider Partner verhindern zu können.
Ein Tanker mit rund zwei Millionen Liter Treibstoff an Bord sinkt vor der Küste der Philippinen und verursacht die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte des Landes.
Archäologen haben in Farmana Khas im indischen Bundesstaat Haryana die Ruinen einer Stadt der Harappa-Zivilisation entdeckt.
Zwei Jahre nach dem Raub der weltberühmten Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ des Norwegers Edvard Munch werden die Kunstwerke aufgespürt und sichergestellt.
33 Millionen Kinder sollen im März gegen Masern geimpft werden, an der nach UN-Angaben in Bangladesch jährlich bis zu 20.000 Kinder sterben.
Die Kinderhilfsorganisation Save the Children kritisiert nach der Untersuchung von 300 Kinderheimen in Sri Lanka die häufige Anwendung von physischen Gewalt gegen die Schutzbefohlenen. Als Ergebnis fordern die Aktivisten u.a. das Verbot von körperlicher und Gruppenbestrafung.
Die Polizei stellt bei Razzien in Bayern mehr als 70 Tonnen Fleisch sicher. Die Haltbarkeitsfrist war teilweise um Jahre überschritten.
Nach wochenlangen Protesten und einem Hungerstreik der bekannten Bürgerrechtlerin Medha Patkar in Indien, erzielt die NBA, die Bewegung zur Rettung des Narmada-Flusses, vor dem Obersten Gerichtshof einen Erfolg. Die Aktivisten, die dieser Tage die Aufmerksamkeit v.a. auf das Problem verwehrter Entschädigungen für Vertriebene der Staudammprojekte in Zentralindien lenken wollten, erreichen zwar keinen vollständigen Baustopp. Das Gericht stellt diesen aber in Aussicht, wenn keine angemessenen Kompensationsleistungen für die Vertriebenen gewährt werden.
Pakistan: Bei einem schweren Beben waren am 8. Oktober 2005 mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen und zwischen zwei und drei Millionen obdachlos geworden. Die im Epizentrum gelegene Stadt Balakot, die völlig zerstört worden war, soll an anderer, weniger erdbebengefährdeten Stelle in der North Western Frontier Province wiedererrichtet werden.
Nepal: Der alt-neue Premier Koirala ruft in seiner ersten Rede vor der Legislative die Maoisten zu Verhandlungen auf und bittet die internationale Gemeinschaft um Hilfe beim Wiederaufbau Nepals, das durch den zehnjährigen Bürgerkrieg mit mehr als 13.000 Toten ausgeblutet ist.
US-Präsident Bush gibt erstmals zu, dass der Nachrichtendienst CIA geheime Gefängnisse im Ausland unterhält.
Shizuka Arakawa hat sich mit einer leidenschaftlichen Kür als erste Japanerin die olympische Goldmedaille im Eiskunstlaufen gesichert. Die Weltmeisterin von 2004 hielt dem großen Nervendruck stand und verwies am Donnerstag mit 191,34 Punkten die Amerikanerin Sasha Cohen (183,36) und Doppel-Weltmeisterin Irina Slutskaja aus Russland (181,44) auf die Plätze.
Bei einer Volksabstimmung in der Schweiz sprechen sich 68 Prozent der Teilnehmer für eine Verschärfung des Ausländer- und Asylrechts aus.
Die Bluttat an der mutigen Moskauer Kaukasus-Reporterin Anna Politkowskaja erschüttert die Welt. Moskau-loyale Tschetschenen hassten ihre engagierte Arbeit.
Spuren von Wasser und Eis auf dem Mars
Nordkorea zündet am 9. Oktober eine Atombombe
Laut neuesten epidemiologischen Studien dürften zum gegenwärtigen Zeitpunkt 10,1 Prozent der Weltbevölkerung, 11,8 Prozent der Männer und 8,5 Prozent der Frauen, eine behandlungsbedürftige chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) aufweisen.
Bei einer Volksbefragung spricht sich die Mehrheit der Bewohner Panamas für den Ausbau des Panama-Kanals aus.
Der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein wird vom Sondertribunal in Bagdad wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch Erhängen verurteilt.
Nach dem Tod einer Frau in Bologna, der die gesunde Niere bei einer Operation in einem Krankenhaus entfernt worden war, gibt es einen ähnlich skandalösen Fall in den USA.
Noch unklar ist, ob Milingo in Rom Initiativen zugunsten der Bewegung verheirateter Priester ergreifen wird. Er war 2001 durch die Teilnahme an einer Massenhochzeit der Moon-Sekte („Vereinigungskirche") in den USA ins Zwielicht geraten. Nach intensiver Vermittlung des heutigen Kardinalstaatssekretärs Tarcisio Bertone söhnte er sich mit dem Vatikan aus. Im Frühjahr 2006 setzte er sich überraschend in die USA ab und tritt seither als Vorkämpfer für eine Abschaffung der Zölibatspflicht für römisch-katholische Priester auf. 2006 wurde er vom Vatikan exkommuniziert.
Die sozialistische Politikerin Ségolène Royal gewinnt die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin ihrer Partei in Frankreich.
Die Münchnerin Charlotte Knobloch, 73, wird an die Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt und tritt damit die Nachfolge des verstorbenen Präsidenten Paul Spiegel an.
Alexander Litwinenko, früherer Oberst im russischen Geheimdienst, seit kurzem britischer Staatsbürger und erbitterter Putin-Gegner, stirbt in London an einer Vergiftung.
