Chronik der Frauen: 2008

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Chronik 2008

Bagdad - Vor dem irakischen Sondertribunal für die Verbrechen des Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein hat ein Zeuge berichtet, wie Soldaten während des Schiiten-Aufstandes von 1991 auf grausame Art und Weise Frauen und Kinder getötet haben. Wie die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, habe der Zeuge, der damals 15 Jahre alt gewesen sei, nach eigener Aussage beobachtet, dass den Zivilisten die Hände gefesselt wurden.

Anschließend habe man sie in große Tüten gesteckt und in einen Fluss geworfen, um sie zu ertränken. Einer Frau, die einen Säugling auf dem Arm getragen habe, hätten die Soldaten das Baby auf die Brust gebunden, bevor sie beide zusammen in einen Sack gesteckt und in den Fluss geworfen hätten.

In dem Verfahren wegen der Niederschlagung eines Aufstandes im Süden Iraks sind 15 ehemalige Armeekommandeure und Funktionäre angeklagt, darunter auch Saddams einstiger Privatsekretär, Abdul Hamid al-Nasiri, und sein Cousin Ali Hassan al-Majid. Er sowie der ehemalige Verteidigungsminister Sultan Haschim und der Militärkommandeur Hussein Raschid sind bereits in einem vorigen Prozess des Sondertribunals zum Tode verurteilt worden.

Der insgesamt dritte Prozess zur Aufarbeitung der Verbrechen des Hussein-Regimes wird am Sonntag fortgesetzt. Im Mai 2005 hatte das Sondertribunal erste Anklagepunkte gegen Saddam Hussein vorgebracht, dessen Todesstrafe am 30. Dezember 2006 vollzogen wurde. Im Mittelpunkt des damaligen Prozesses stand das Massaker von Duschail im Jahr 1982, bei dem 148 Schiiten ermordet wurden.

Sechs Jahre lang war Clara Rojas in der Gewalt kolumbianischer Extremisten, Consuelo González sogar sieben Jahre. Jetzt wurden die beiden Frauen von den Kidnappern freigelassen. Die Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt befindet sich aber noch immer in der Hand der Farc-Rebellen.

Aufregung in Nordgriechenland: Vor laufenden Kameras sind sechs Frauen in die Mönchsrepublik eingedrungen, zu der eigentlich nur Männer Zutritt haben. Sie wollen damit gegen Gebietsansprüche der Geistlichen protestieren.

Kapitalverbrechen in Serie: Weil er in den vergangenen Jahren Dutzende Frauen vergewaltigt haben soll, hat die japanische Polizei jetzt einen 34-Jährigen festgenommen. Er war ihr wegen eines Einbruchdelikts ins Netz gegangen.

Männerverbot: Um Frauen besser vor Belästigungen und Übergriffen zu schützen, werden in Mexiko-Stadt künftig Autobusse nur für weibliche Passagiere fahren.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der diesjährige italienischen Umweltpreis „Un Bosco per Kyoto“ (Ein Wald für Kyoto) der Vereinigung Accademia Kronos zuerkannt worden.

Großbritannien hat eine Rückkehr zur Atomenergie beschlossen.