Frauenkrankheiten H - Z
Hepatitis B:
Sehr ansteckende und heimtückische, sexuell übertragbare Krankheit. Das Hepatitis B Virus kann schwerste Leberschäden verursachen, die weder geheilt noch wirksam behandelt werden können. Infizierte Personen haben um das 200fache erhöhte Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Es ist schwer zu sagen, wie viele Menschen den Erreger in sich tragen, weil die Hälfte von ihnen keine Symptome zeigt. Gegen Hepatitis B gibt es einen wirksamen Impfstoff.
Syphilis:
Syphiliserreger sind Spirochäten namens Treponema pallidum. Außerhalb des menschlichen Körpers sterben sie bald ab, auf der Haut machen Wasser und Seife sie unschädlich. Spirochäten gelangen vom Schanker oder Haut einer infizierten Person im ersten oder zweiten Krankheitsstadium über die Schleimhaut oder Hautverletzungen in den Körper einer gesunden Person. Das erste Krankheitszeichen ist ein harter Schanker. Er bildet sich 10 Tage bis 3 Monate nach der Ansteckung an den Körperstellen, an denen die Erreger eingedrungen sind, meist also an den Genitalien. In der Regel handelt es sich um eine einzelne, feste, schmerzlose Geschwulst mit einem leicht erhobenen Rand. Bei Frauen sitzt sie oft am Muttermund oder im Inneren der Scheide und ist von außen nicht zu bemerken. Der Schanker sondert Spirochäten ab, die Ansteckungsgefahr ist sehr groß. Vielfach schwellen die umgebenden Lymphknoten an. Auch ohne Behandlung verschwindet der Schanker nach 1 bis 5 Wochen, das Primärstadium ist dann abgeschlossen. Ohne Behandlung beginnt 6 bis 24 Wochen nach der Primärphase das Sekundärstadium, das sich oft mit allgemeinem Unwohlsein ankündigt. Hinzu kommen eines oder mehrere der folgenden Symptome: Kopfschmerzen, Muskel-, Gelenk- und Knochenscherzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Verstopfung und anhaltendes leichtes Fieber. Oft sind die Lymphknoten geschwollen und schmerzempfindlich, das Haar kann büschelweise ausfallen. Das klassisch sichtbare Symptom dieses Stadiums ist ein äußerst ansteckender Ausschlag an irgendeiner Körperstelle, der weder juckt noch schmerzt. Wenn er an den Gliedmaßen auftritt, sind sie stets symmetrisch befallen. Er kann auch auf den Schleimhäuten oder vor allem rund um die Schamlippen vorhanden sein. Auf der Schleimhaut erscheint er vorerst als grauweißer Belag, der dann aufbricht und rötliche Entzündungsherde bildet. Aus ihnen tritt eine durchsichtige Flüssigkeit aus, die die ansteckenden Spirochäten enthält. An den Genitalien können sich auch Syphiliswarzen bilden. Wenn keine weitere Infektion dazukommt, sind die Symptome meist nicht schmerzhaft. Ohne Behandlung geht die Sekundärphase nach 4 bis 12 Wochen zu Ende. Das latente Stadium, das gleich nach der Sekundärphase beginnt, verläuft symptomfrei. Beim Geschlechtsverkehr kommt es zu keiner Ansteckung, die Spirochäten können aber von einer schwangeren Frau auf den Fötus übertragen werden. Die so genannte Frühsyphilis dauert bis höchstens 4 Jahre nach Beginn des latenten Stadiums, dann spricht man, falls es soweit kommt, von Spätsyphilis. Bei rund einem Drittel der Patienten kommt es zu Spätsyphilis-Symptomen, bei den übrigen zwei Dritteln nicht, Hauptsymptome der Spätsyphilis sind Gummen (Syphilistumoren) in den befallenen Organen, Schädigung der Herzkranzgefäße und des Nervensystems. Im Spätstadium kann die Krankheit zu Wahnsinn und Tod führen. Bei schwangeren Frauen mit unbehandelter Syphilis gelangen die Spirochäten in jedem Krankheitsstadium in die Plazenta, wodurch der Fötus zwischen der 10. und 18. Schwangerschaftswoche infiziert wird. Erfolgt keine Behandlung, besteht die Gefahr einer Fehlgeburt oder einer Syphiliserkrankung des Neugeborenen. Durch die Säuglingssyphilis können die Neugeborenen Seh- und Hörvermögen verlieren, Knochenverkrümmungen und Fehlbildungen im Gesicht erleiden.
Trichonomaden: oder Trichomonas vaginalis. Die Krankheit kann ohne Symptome verlaufen, so dass der Arzt den Erreger erst beim Abstrich feststellt. Normalerweise kommt es jedoch 4 bis 28 Tage nach der Ansteckung zu einem grünlichgelben, häufig schaumigen Ausfluss aus der Scheide, begleitet von Juckreiz und einem unangenehmen Modergeruch. Der Ausfluss reizt die Haut, die Vulva ist gerötet, manchmal sind im Ausfluss Blutspuren sichtbar. Auf der Scheidenschleimhaut und am Muttermund sind kleine, rote, erdbeerartige Flecken zu erkennen. Die Lymphknoten in der Leistengegend sind oft geschwollen. Die Infektion kann sich auf die Harnwege ausbreiten, wo sie symptomfrei verläuft oder auch zu häufigem starkem Harndrang führt. Der Geschlechtspartner muss sich mit behandeln lassen.
Tripper (Gonorrhöe): Diese häufige Geschlechtskrankheit wird durch Gonokokken-Bakterien namens Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen. Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen vergehen 3 bis 5 Tage. Beim komplikationslosen Krankheitsverlauf kommt es zu einem grünen oder gelbgrünen Ausfluss aus der Scheide, und manchmal ist ein deutlicher Pilzgeruch zu bemerken. Die Symptome können anfangs auch im Rachenraum in Form einer Halsentzündung oder im Analbereich als Mastdarmentzündung auftreten. Rund 80% der infizierten Frauen bemerken gar keine Symptome, weil der Krankheitsherd weit oben in der Scheide am Gebärmutterhals liegt. Bei Männern kommt es zu einer Infektion der Harnröhre, die mit einem eitrig wirkenden Ausfluss einhergeht. Weil die Symptome so oft ausbleiben, ist der Tripper kaum auszurotten. Zu Komplikationen kommt es, wenn die Infektion sich auf andere Organe ausbreitet, und dort zu Entzündungen führt, die sich durch eine bzw. mehrere der folgenden Beschwerden bemerkbar machen: Schmerzen im Unterbauch; ständige Kreuzschmerzen; Brennen beim Urinieren und starker Harndrang, manchmal in Verbindung mit dem Austreten von Eiter- oder Blutstropfen; Schwellung und Druckempfindlichkeit (Abszesse) der Bartholinschen Drüsen neben der Scheidenöffnung; Schmerzen, die einer Rippenfellentzündung ähneln, im rechten Oberbauch oder im Schulterbereich. Wenn sich die Gonorrhöe auf die Eileiter ausbreitet: starke Unterleibsschmerzen (Beckenentzündung). Wenn sich die Infektion von den Eileitern auf die Bauchhöhle ausbreitet: starke Schmerzen im ganzen Bauch (Beckenbauchfellentzündung). Unterleibschmerzen durch Abszesse im Beckenbereich. Unfruchtbarkeit wegen verlegter Eileiter oder nach Operationen zur Entfernung von Abszessen. Andere schwere Komplikationen wie tripperbedingte Arthritis oder Herzbeutelentzündung. Bei Neugeborenen können vor allem die Augen infiziert werden.
Venerische Lymphknotenentzündung:Der Krankheitserreger, ein Organismus namens Calymmatobakterium, tritt vor allem in den Tropen auf. Obwohl diese Krankheit bei uns relativ selten ist, gehört sie zu den meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten, weil sie ungewöhnlich stark ansteckend ist. Bei Frauen führt eine Infektion meist zu auffälligen Zysten, Knötchen oder Verhärtungen an den Geschlechtsorganen, die 3 bis 8 Tage, manchmal aber auch erst mehrere Monate nach der Ansteckung auftreten. Die Knötchen zerfallen später zu einem Granulationsgeschwür. Im Frühstadium kommt es oft zu glatten, erhabenen, weichen Geschwülsten aus Granulationsgewebe mit klar abgegrenztem Rand, die leicht zu bluten beginnen. Diese Geschwüre sind nicht schmerzhaft. Sie heilen nur schwer ab und breiten sich leicht aus, so dass sie unbehandelt einen Großteil der Vulva bedecken und auch auf Gesäß und Unterbauch übergreifen können. Im Spätstadium sind auch die Lymphgefäße verlegt, was zu Elephantiasis führen kann. Im Spätstadium der Krankheit kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.
Weicher Schanker: Das erste Symptom ist ein kleines, schmerzhaftes Geschwür, meist auf den äußeren Genitalien. Es heilt nicht wie eine normale Pustel ab, sondern beginnt, ähnlich wie bei Herpes, zu nässen. Die Ansteckung erfolgt durch Geschlechtsverkehr oder Hautkontakt; auch Personen, bei denen keine Symptome auftreten, können die Krankheit übertragen. Die größte Gefahr liegt darin, dass durch den Schanker HIV-Infektionen begünstigt werden können. Behandelt wird der weiche Schanker durch Sulfonamide oder Tetrazykline in Tablettenform in Verbindung mit häufigem Auflegen von Kompressen auf die offenen Stellen.
INFEKTIONEN:
Die meisten Infektionen der weiblichen Genitalien werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Wie bei sonstigen Infektionen muss auch hier der Erreger identifiziert werden. Das geschieht durch Zellkulturen, Abstriche und die Entnahme von Scheidenflüssigkeit, die auf ein Plättchen gestrichen und dann auf Infektionserreger untersucht wird.
INKONTINENZ:
Zu einem Problem kann der unfreiwillige Harnaustritt (Inkontinenz) werden, wenn das stützende Gewebe rund um die Harnblase z.B. durch Geburten sehr geschwächt ist. Die Inkontinenz kann sich noch verstärken, wenn nach dem Wechsel der Östrogenspiegel sinkt. Mit einem kontinuierlichen Muskeltraining ist hier oft Besserung möglich. Auch der Schließmuskel mit dem der Stuhlgang gesteuert wird, oder das Gewebe rund um den Mastdarm kann bei Geburten in Mitleidenschaft gezogen werden, so dass unter Umständen eine Operation notwendig wird.
MYOME:
Sind gutartige Geschwülste in den Muskeln der Gebärmutter. Untersuchungen zufolge treten sie bei rund einem Viertel aller Frauen zwischen 30 und 50 auf. Meist bemerkt die Frau von den Wucherungen nichts. Das Wachstum der Myome wird durch Östrogen angeregt, etwa während der Schwangerschaft. Nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel, daher wachsen die Geschwülste nur noch langsam; später schrumpfen sie sogar. Sie lassen sich bei einer Untersuchung des Unterleibs ertasten. Auch wenn sie keine Beschwerden verursachen, sollte sich die Frau zweimal jährlich untersuchen lassen, da es sein kann, dass sie plötzlich zu wachsen beginnen. Solange die Myome keine starken Schmerzen oder Druckbeschwerden hervorrufen, müssen sie nicht behandelt werden. Auch wenn sie selbst keine Zwischenblutungen hervorrufen, kann die Regel durch Myome stärker werden oder so lange anhalten, dass sie zur Anämie führt. Vergrößerte Myome können auf die Blase drücken, es kommt zu häufigem Harndrang. Manchmal verursachen sie Rückenschmerzen, und in einigen Fällen verhindern sie die Empfängnis, da sich das befruchtete Ei nicht einnisten kann. Bei der Entscheidung, ob und wie Myome behandelt werden sollen, sind Größe und Lage der Geschwulst ebenso zu berücksichtigen, wie mögliche Komplikationen und die Frage, ob die Frau noch Kinder haben möchte. Die Gewächse lassen sich durch Antiöstrogene vorübergehend verkleinern. Sonst kann ein Chirurg Myome an der Außenseite der Gebärmutter laparoskopisch entfernen. Einzelne Myome, die in die Gebärmutter hineinragen, können bei Frauen, die ihre Fruchtbarkeit bewahren wollen, operativ aus der Gebärmutter herausgeschält werden. Nur wenn mehrere Myome, die sich nicht einzeln entfernen lassen, die Gebärmutter stark vergrößern und Beschwerden verursachen, wird der ganze Uterus entfernt.
POLYPEN AM GEBÄRMUTTERHALS:
Am Gebärmutterhals gibt es häufig kleine, gutartige Gewächse, eben Polypen. Sie sitzen im Inneren des Gebärmutterhalskanals und ragen in die Muttermundöffnung hinein. Polypen neigen immer wieder dazu, zu bluten. Entfernen lassen sie sich durch eine kleine Operation, die so genannte Polypektomie, die in der Arztpraxis durchgeführt werden kann. Auch Warzen siedeln sich häufig am Gebärmutterhals an.
SCHEIDENENTZÜNDUNG (Vaginitis):
Macht sich durch Schmerzen und Überempfindlichkeit, Brennen (besonders beim Harnlassen und Geschlechtsverkehr) und Jucken bemerkbar; Ausfluss und Geruch der Scheidenregion sind verändert. Die Beschwerden sind in einigen Fällen so stark, dass eine sofortige Behandlung angezeigt ist. Eine Scheidenentzündung kann durch verschiedene Erreger verursacht werden. Die häufigste Scheideninfektion wird von einer Art Hefepilz der Gattung Candida hervorgerufen. Diese Infektion kann außerordentlich lästig sein, vor allem wenn Sie zu einer derartigen Erkrankung neigen. Manche Frauen infizieren sich jeden Monat aufs Neue, und solange die Infektion besteht, sollte Geschlechtsverkehr unterbleiben. Ein hoher Östrogen- und Progesteronspiegel, wie ihn Frauen haben, die die Pille, Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnehmen oder schwanger sind, verändert die Scheidenschleimhaut so, dass die Pilze leicht Fuß fassen können. Eine zuckerreiche Ernährung begünstigt das Pilzwachstum ebenfalls. Eine Antibiotika-Behandlung tötet die schützenden Säurebakterien in der Scheide ab, so dass sich die Pilze ebenfalls ungehindert vermehren können. Enge Hosen, nasse Badekleidung sowie Unterwäsche und Strumpfhosen aus Kunstfasern begünstigen das Pilzwachstum. Dasselbe tun Spülungen mit parfümierten Flüssigkeiten, Badeöle und Schaumbäder. Krankheitssymptome sind Juckreiz, Ausschlag und Entzündung, außerdem ein dickflüssiger weißer Ausfluss, der nach Hefe riecht. Zur Behandlung werden pilztötende Salben oder Scheidenzäpfchen eingesetzt. Der Partner muss sich gleich mitbehandeln lassen. Übelriechender Ausfluss weist häufig auf eine Infektion mit dem Bakterium Gardnerella vaginalis, in Verbindung mit anderen Erregern aus dem Darmtrakt, hin. Bei Frauen in den Wechseljahren ist die Scheidenschleimhaut dünner, dadurch erhöht sich die Infektionsgefahr. Unspezifische Vaginitis geht meist mit einem weißen oder gelben Ausfluss einher, in dem Blutspuren enthalten sein können. Oft machen sich ein unangenehmer Geruch und geschwollene Drüsen in der Leistengegend bemerkbar. Die Behandlung erfolgt mit Tabletten (Antibiotika) oder mit Salben bzw. Scheidenzäpfchen. Der Partner muss sich mit behandeln lassen.
Die gesunde Scheide hat ein saures Milieu, das durch die Scheidenbakterien aufrechterhalten wird. Scheidenspülungen können dieses Gleichgewicht stören. Manche Frauen reagieren allergisch auf die Verwendung von Seife, Deos und andere Kosmetika im Scheidenbereich. Frauen mit sexuellen Schwierigkeiten oder Beziehungsproblemen leiden häufiger an Vaginitis, unter anderem auch wegen zu trockener Scheide.
Maßnahmen zur Vorbeugung: Verzichten Sie auf Geschlechtsverkehr, wenn sich die Scheide überempfindlich, wund oder entzündet anfühlt. Kondome schützen vor Geschlechtskrankheiten. Halten Sie die Geschlechtsorgane möglichst trocken, denn die Erreger von Scheidenentzündungen gedeihen in feuchter Umgebung besonders gut. Baumwollene Unterwäsche kann Feuchtigkeit gut aufsaugen. Tragen Sie keine engen Hosen oder Strumpfhosen. Längeres Herumsitzen in nasser Badekleidung begünstigt Pilzinfektionen. Achten Sie auf allgemeine Körperhygiene. Es genügt, den äußeren Geschlechtsbereich gründlich mit warmem Wasser zu waschen. Verwenden Sie keine Schaumbäder oder parfümierte Seifen. Meiden Sie parfümierte Tampons, Intimsprays und häufige Scheidenspülungen, die überflüssig sind. Naturbelassener Joghurt, mit Hilfe eines Tampons oder aus einer Einmalspritze ohne Kanüle eingeführt, baut das saure Scheidenmilieu wieder auf. Benutzen Sie keine fremden Handtücher. Waschen Sie die Intimwäsche und Handtücher und die des Partners wegen der Gefahr der Reinfektion auf 90°.
TAMPONKRANKHEIT (Toxisches Schocksyndrom TSS)
Vor einigen Jahren registrierten Ärzte vor allem in den USA eine Krankheit, die während der Menstruation begann und durch Fieber, schweren Durchfall, Schmerzen und Ausschlag gekennzeichnet war. Bei einigen sonst gesunden jungen Frauen verlief sie tödlich. Verantwortlich für die Erkrankung ist ein Giftstoff, den das Bakterium Staphylococcus aureus erzeugt. Tampons sind deshalb besonders gefährlich, weil sie dazu verführen, nicht mehr an sie zu denken. In der Folge werden sie viel zu selten gewechselt.
Tampons unbedingt alle vier Stunden wechseln und keinesfalls über Nacht tragen!!!
UNTERLEIBSSCHMERZEN und -ENTZÜNDUNGEN:
Menstruation und Eisprung sind nicht der einzig mögliche Grund für akute oder chronische Bauchschmerzen. Oft sind sie auf Infektionen oder Entzündungen im Beckenraum zurückzuführen. Gonokokken, Chlamydien oder andere Erreger können Infektionen hervorrufen. Entzündungsgefahr besteht besonders bei Frauen, die eine Spirale tragen. Jede Unterleibsentzündung gehört in ärztliche Behandlung. Gut- oder bösartige Tumore an den Eierstöcken oder der Gebärmutter können Schmerzen hervorrufen, ebenso Kontraktionen der Gebärmutter, wenn die Gefahr einer Fehlgeburt besteht. Erkrankungen des Darmtrakts oder der Harnwege kommen auch in Betracht, oder Stress.
Viele Frauen beachten die Frühsymptome von Unterleibsentzündungen nicht oder behandeln sie unzureichend. Besonders bei Frauen, die mit einer Spirale verhüten, kommen schwere Infektionen im Beckenbereich vor. Oft handelt es sich um eine Trippererkrankung oder eine Chlamydieninfektion, deren Ausbreitung nach oben hin die Spirale begünstigt.
VAGINALTUMOR:
Tumore der inneren Scheide sind äußerst selten. Meist handelt es sich um gutartige Veränderungen der Scheidenschleimhaut. Durch eine Scheidenspiegelung kann der Arzt herausfinden, von welcher Stelle der Scheide er eine Gewebeprobe entnehmen muss.
VULVATUMOR:
Die meisten Knötchen an den äußeren Geschlechtsorganen sind gutartige Warzen, Infektionsgeschwülste oder Zysten. Wenn entzündete Stellen oder Geschwüre nicht binnen zwei oder drei Wochen abheilen, sollten sie vom Arzt untersucht werden.
WUCHERUNG DER GEBÄRMUTTERSCHLEIMHAUT:
Östrogen bewirkt einen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Wird dieses Wachstum nicht durch eine Progesteronausschüttung gebremst, kann die Gebärmutterschleimhaut jahrelang weiter wachsen. Zunächst entsteht eine Hyperplasie des Endometriums, in der Folge kann das aber zu Endometriumkrebs führen. Ob der Körper das Östrogen selbst produziert oder es durch Medikamente von außen zugeführt wird, ist für die Veränderung der Gebärmutterschleimhaut unerheblich. Diagnostiziert wird die Hyperplasie, indem der Arzt eine Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut entnimmt oder eine Kürettage durchführt. Behandelt wird die Hyperplasie, indem man durch die künstliche Zufuhr von Progesteronen dafür sorgt, dass der Körper in einer Blutung die Schleimhaut abstößt.
