Kinderkrankheiten: A

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Kinderkrankheiten - Symptome

ADHS:

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung

Störung der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung

  • Störung der Gedächtnisbildung (Abspeicherung)

Die folgenden Symptome können, müssen aber nicht, immer auftreten

Motorische Hyperaktivität

  • Dauernde, eventuell auch nur innere Rastlosigkeit, ziellose Hyperaktivität, kein Stillsitzen, andauernde Zappeligkeit, eventuell verstärkter Rededrang, Nägelknabbern, Bemalen von Hefträndern, Beknabbern von Bleistiften usw.
  • Impulsivität
  • Unvorhersehbares, unberechenbares Verhalten (Unfallgefahr!)
  • Erregbarkeit, Irritierbarkeit
  • Frustationsschwelle sehr niedrig, starke Stimmungsschwankungen, Empfindlichkeit gegenüber Kritik, rasches Weinen, Wutausbrüche, Aggressivität
  • mangelhafte emotionale Steuerung
  • zunehmende Selbstwertzerstörung, fehlendes oder übersteigertes Einfühlungsvermögen, mangelndes Realitätsgefühl, Mutlosigkeit, Verleugnung von Schwierigkeiten
  • dissoziales Verhalten
  • Außenseiter, wenig Freunde, Streitsüchtigkeit, Schlagen und Raufen, "Klassenclown"

Bei Säuglingen kann sich ADHS bereits durch unerklärlich lange Schreiphasen, die Ablehnung von Körperkontakten und auffällige Schlafprobleme bemerkbar machen. Kleinkinder sind meist hyperaktiv und unberechenbar in ihrer Handlung bzw. in ihrem Verhalten; es fällt ihnen schwer, beständige Freundschaften aufzubauen. Im Grundschulalter wird die Aufmerksamkeitsstörung sehr offensichtlich: ADHS-Kinder sind wenig aufnahmefähig, zeigen eine Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche, sie stören den Unterricht, sind emotional instabil, "ungeschickt" und mitunter aggressiv. Beginnt die Pubertät, können ADHS-Patienten sehr trotzig, ängstlich, depressiv oder aggressiv werden. Ihnen macht häufig das mangelnde Selbstbewusstsein zu schaffen und sie neigen dazu, sich mit Drogen Zugang zu "neuen" Wahrnehmungen zu verschaffen. Erwachsene mit ADHS-Syndrom haben Mühe, Aufgaben zu organisieren und zu Ende zu bringen. Sie können von Ängsten, Vergesslichkeit, Unbeständigkeit und Depressionen geplagt werden. Häufig suchen sie Zuflucht in Alkohol und anderen Drogen.Allerdings ist zu betonen, dass ADHS-Patienten auch durch positive Eigenschaften auffallen: Sie besitzen häufig eine ausgeprägte künstlerische Kreativität. Sie unterscheiden sich von anderen durch ihren Ideenreichtum und ihre Intelligenz. Meist sind sie überdies begeisterungsfähig, sehr hilfsbereit und gerecht.

ASTHMA BRONCHIALE:

Die Symptome des Asthma bronchiale werden durch die Schwellung der Atemwege, insbesondere der Bronchialschleimhäute hervorgerufen; auch die lokale Entzündung und damit verbundene gesteigerte und übermäßig zähflüssige Produktion von Bronchialschleim tragen zu den Beschwerden bei. Schleim und Schleimhautschwellung führen beide zu einer Verkleinerung des Atemwegslumens (Obstruktion). Dadurch wird die Atmung wegen des kleineren Durchmessers der Luftwege behindert. Kinder sind häufiger als Erwachsene betroffen, weil ihre Schleimhautoberfläche im Verhältnis zur Weite der Atemwege besonders groß ist. Die Muskeln der kleinen Luftwege, der sog. Bronchioli, ziehen sich zudem krampfartig zusammen. Vor allem das Ausatmen ist durch diese Mechanismen gestört: Bei der insgesamt verlängerten Ausatmung entsteht durch eine Verstärkung der Strömungsgeräusche ein Pfeifen ("Giemen") und Brummen. Häufig liegt auch ein Reizhusten mit glasig-zähem (bei Infektion eitrigem) Auswurf vor. Im Intervall fehlen die Beschwerden oft ganz. Akut zeigt sich das Asthma als Anfall, ausgelöst durch eine plötzlich verstärkte Verengung der Luftwege. Hierbei klagen die Patienten über schwere Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. Der Anfall kann wenige Sekunden bis mehrere Stunden andauern, in einigen Fällen sogar mehrere Tage. Man spricht dann von einem "Status asthmaticus". Im Verlauf zeigen sich Symptome wie Husten oder Atemnot auch zwischen den Anfällen. Herz und Lungengewebe werden belastet, es kann sich auf Dauer eine Lungenüberblähung (Lungenemphysem) durch die ungenügende Abatmung bilden. Die allgemeine Entwicklung eines betroffenen Kinds kann bei schweren Verlaufsformen des Asthma bronchiale eingeschränkt sein. Das Kind bleibt dann in der körperlichen (Gewicht, Größe) und geistigen (schulische Leistungen) Entwicklung hinter seinen Altersgenossen zurück. Im extrem fortgeschrittenen Stadium kann sich der Brustkorb durch die Überblähung der Lungen fassähnlich verformen. Beim Atemvorgang ist die Bewegung der Muskeln verändert. Die so genannte Atemhilfsmuskulatur, bestehend aus Teilen von Brustraum (Thorax)-, Rücken- und Schultergürtelmuskulatur, wird bei der vermehrten Atemanstrengung des Patienten zusätzlich zu den normalen Atemmuskeln in den Atemvorgang mit einbezogen. So werden im Asthmaanfall häufig die Arme abgestützt, damit Hilfsmuskeln den Brustkorb bei fixiertem Schultergürtel zusätzlich heben und senken können.

ATOPISCHE DERMATITIS:

Die Neurodermitishaut ist trockener als normale Haut. Sie besitzt eine verminderte Speicherfähigkeit für Feuchtigkeit; und weist einen Mangel an bestimmten Hautfetten auf. Dadurch wird die Haut rauh und neigt zur Schuppung. Außerdem verliert sie ihre wichtige Funktion als Barriere gegen Umweltstoffe. Die Regulierung weiterer Hautfunktionen wie Schweißbildung, Hautdurchblutung und Temperaturregelung ist gestört. Unsere Umwelt und auch unsere Haut sind mit einer Vielzahl von Bakterien und Pilzen besiedelt. Bei Menschen mit Neurodermitis ist die Zusammensetzung dieser Keime verändert, was die Symptome verstärken kann.Der quälende Juckreiz ist für viele Betroffene der zentrale Aspekt der Neurodermitis. Er spielt in jeder Phase der Erkrankung eine wichtige Rolle. Das durch den Juckreiz bedingte Kratzen kann die atopische Dermatitis verstärken.

AUTISMUS:

Bei autistischen Kindern ist häufig zu beobachten, dass sie sich der Existenz oder Gefühle anderer Menschen nicht bewusst sind. So kommt es vor, dass ein autistisches Kind z.B. den Kummer seiner Mutter nicht bemerkt und nicht darauf reagiert. Sind autistische Kinder selber traurig, suchen sie meist nicht nach Trost oder können ihren Wunsch nach Trost nicht angemessen ausdrücken. Im Vergleich zu gesunden Kindern fällt auf, dass Autisten kaum Nachahmungsverhalten zeigen. So erwidern sie z.B. zum Abschied kein Winken. Beim Spielen beziehen die Betroffenen nur selten andere Personen mit ein. Insgesamt ist die Fähigkeit autistischer Kinder, Freundschaften zu knüpfen, stark beeinträchtigt. Viele autistische Kinder verständigen sich weder verbal noch durch Körpersprache. So treten Autisten selten durch Blickkontakt oder Lächeln mit anderen Menschen in Verbindung. Auch auf Versuche der Kontaktaufnahme von außen, reagieren viele abweisend; so sträuben sich autistische Kinder z.B. häufig gegen Umarmungen. Auffällig ist auch der Mangel an phantasievollen Aktivitäten und Spielen. Bei Autisten, die sprechen, fallen oft Besonderheiten der Sprache auf. Die Stimmmelodie ist durch ungewöhnliche Betonungen, Geschwindigkeit oder Tonhöhe geprägt. Weitere Sprachbesonderheiten sind das ständige Wiederholen bestimmter Worte oder Sätze, die Verwendung von "du", wenn "ich" gemeint ist und das Erfinden von Worten. Dadurch ist meist die Fähigkeit, ein Gespräch anzuknüpfen oder zu führen, trotz ausreichenden Sprechvermögens eingeschränkt.

DARMVERSCHLUSS:

Ein Darmverschluss bei Kleinkindern macht sich durch plötzlich auftretende heftige Bauchschmerzen bemerkbar. Die Kinder krümmen sich vor Schmerzen (Darmkoliken) und erbrechen zuerst den Mageninhalt, später Gallenflüssigkeit und noch später Stuhl. Die Haut ist von kaltem Schweiß bedeckt, sie sind blass und zeigen einen ängstlichen Gesichtsausdruck. Anfangs treten die Schmerzattacken wehenartig, also in einem wellenförmigen Verlauf auf, die im Schmerzgipfel bis zur Schocksymptomatik führen können. Zwischenzeitlich sind auch Phasen völliger Schmerzfreiheit möglich. Durch die überblähten Darmschlingen wird der Bauch aufgetrieben, und es treten auffällige Darmgeräusche auf, die im späteren Verlauf wieder ausbleiben. Zu den Spätsymptomen gehört ein himbeergeleeartiges Sekret, welches bei der rektalen Untersuchung auftritt.

DIPHTERIE:

Die Symptome der Diphtherie in gemäßigten Klimazonen betreffen hauptsächlich den Mandel- und Rachenraum, in manchen Fällen können auch der Kehlkopf, die Nase, die Luftröhre oder die Bronchien betroffen sein. Meist beginnt die Erkrankung allmählich mit Halsschmerzen, erhöhter Körpertemperatur bis zu 39°C und Schluckbeschwerden. Später kommt es zu Heiserkeit, Atemgeräuschen, Lähmungen des Gaumensegels und Lymphknotenschwellungen. Schließlich entsteht eine Mandel- (Tonsillitis) und Rachenentzündung (Pharyngitis) mit grau-weißen Pseudomembranen, welche oft die Mandeln überschreiten, und sich auf Gaumen und das Gaumenzäpfchen, in manchen Fällen auch bis zum Kehlkopf ausbreiten. Als besonders charakteristisch ist ein süßlicher Mundgeruch, der bereits in einigem Abstand wahrgenommen werden kann. Bei einer Kehlkopfdiphtherie dominieren anfangs Husten und Heiserkeit. Bei einer nasalen Diphtherie, die meist bei Säuglingen oder Kleinkindern vorkommt, tritt oft ein ein- oder beidseitiger Ausfluss aus der Nase auf. Die Symptome ähneln denen anderer bakterieller Hautinfektionen. Eintrittsstelle für den Erreger sind Verletzungen der Haut. Bei der Bindehautdiphtherie kommt es zu blutigwässrigen Absonderungen und Membranbildungen an der Augenbindehaut, oft ist auch die Hornhaut mit befallen.

DREI-MONATS-KOLIK

Kinder mit einer Drei-Monats-Kolik (Regulationsstörung) fallen durch heftiges Schreien auf, das durchaus mehrere Stunden andauern kann, und oftmals durch nichts zu unterbrechen ist. Während der Schreiattacke haben die Babys einen gespannten, druckempfindlichen Bauch und ziehen die Beine krampfhaft an. Sie sind mitunter blass oder laufen im Gesicht rötlich an und schwitzen.Typischerweise treten die Symptome kurz nach den Mahlzeiten sowie am Nachmittag und in den frühen Abendstunden auf. Die Kinder haben selten Stuhlauffälligkeiten und zeigen in der Regel keine Wachstumsstörungen. Schlaf- und Fütterstörungen können auftreten.

DREI-TAGE-FIEBER:

Das Dreitagefieber (Exanthema subitum) beginnt plötzlich ("subitum") mit hohem Fieber bis zu 40°C, das drei bis vier Tage anhält. Das Allgemeinbefinden ist nicht, oder kaum beeinträchtigt. Insbesondere bei Säuglingen kann es zu Krampfanfällen (Fieberkrämpfen) kommen, die üblicherweise harmlos verlaufen. Der Temperaturabfall ist im Anschluss (nach drei bis vier Tagen) ebenso rasch, und ist vom Auftreten eines blassroten Röteln-ähnlichen Ausschlags (rubeoliformes Exanthem) begleitet. Das Exanthem kann am ganzen Körper auftreten und verschwindet nach zwei bis drei Tagen.

FALLOTSCHE TETRALOGIE:

Ungenügende Sauerstoffbeladung des Blutes (Zyanose)

  • Aufgeregtes Luftschnappen
  • Die Kinder hocken sich auffällig häufig hin
  • Beim Abhören des Herzens sind spezifische Geräusche zu hören
  • Trommelschlegelfinger
  • Uhrglasnägel durch den Sauerstoffmangel
  • Es entwickelt sich eine Zunahme der roten Blutkörperchen

FIEBERKRÄMPFE:

Bei Temperaturen von über 38°C kann es zu einem generalisierten, d.h. den ganzen Körper des Kindes betreffenden Krampfanfall kommen. Ein derartiger Anfall sieht bedrohlich aus, ist jedoch meist relativ harmlos. Es kommt dabei zu Muskelzuckungen und Augenverdrehen, bis hin zur Bewusstlosigkeit, wobei die Dauer meist wenige Minuten beträgt, und der Anfall von selbst endet. Im Anschluss ist das Kind häufig noch für einige Zeit in einem gewissen Dämmerzustand und wirkt sehr verschlafen. Als Therapie ist in der Regel eine Senkung des Fiebers ausreichend. Einen Sonderfall stellen Fieberkrämpfe im ersten Lebensjahr dar, die zum Ausschluss einer Gehirnhautentzündungweiter abgeklärt werden müssen. Von komplexen Fieberkrämpfen spricht man bei

  • Herdsymptomatik im oder nach dem Anfall, d.h. die Anfälle sehen anders aus als oben beschrieben, da sie von einem bestimmten Areal im Gehirn ausgehen und die Symptome diesem entsprechen
  • neurologischen Symptomen nach dem Fieberkrampf
  • Anfallsserien innerhalb von 24 Stunden
  • vorbestehender Gehirnschädigung
  • Anfallsdauer über 30 Minuten
  • bleibenden EEG-Veränderungen
  • mehr als insgesamt vier Fieberkrämpfen
  • Fieberkrämpfe im Alter zwischen unter fünf Monaten und über fünf Jahren
  • Epilepsiebelastung in der Familie