Kinderkrankheiten: M

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MANDELENTZÜNDUNG:

Die akute Mandelentzündung (Tonsillitis) beginnt meist plötzlich mit zunehmenden Schmerzen beim Schlucken. Hinzu kommt ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit hohem Fieber. Die Schmerzen können bis in die Ohren ausstrahlen und die Halslymphknoten sind schmerzhaft vergrößert. In vielen Fällen bestehen ein vermehrter Speichelfluss, Kopfschmerzen und die Stimme ist belegt.Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen sind das Pfeiffersche Drüsenfieber, Scharlach, Diphterie, Herpes-Angina und Angina Plaut-Vincenti. Bei der chronischen Tonsillitis findet man meist keine akuten Symptome. Manchmal bestehen leichte Schluckbeschwerden, oder ein unangenehmer Geschmack und Mundgeruch. Die Halslymphknoten können ständig geschwollen sein, ohne aber Schmerzen zu verursachen.Die chronische Mandelentzündung kann Ursache für andere Krankheiten sein. Wenn die Bakterien und Bakterienprodukte in den Körper verbreitet werden, kann es so zu Entzündungen in anderen Organen kommen.

MASERN:

Bei Masern können zwei aufeinander folgende Stadien der Erkrankung unterschieden werden: das mit grippeähnlichen Symptomen verlaufende Prodromalstadium, und das durch charakteristische Hautveränderungen gekennzeichnete Exanthemstadium. Typisch ist ein zweigipfliger Verlauf der Fieberkurve, mit einem Gipfel während des Prodromalstadium, und einem Gipfel zu Beginn des Exanthemsstadiums. Während des Prodromalstadiums treten allgemeine Symptome, wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, leichtes Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen und ein aufgedunsenes Gesicht auf. Es kommt zu einer ausgeprägten Lichtscheu sowie einem verstärktem Tränenfluss auf Grund von Bindehautinfektionen des Auges (Konjunktivitis).Häufig werden ein trockener, bellender Husten, sowie Schnupfen und Halsschmerzen beobachtet. Charakteristisch für Masern sind Veränderungen an der Mundschleimhaut. Ab dem zweiten bis dritten Tag der Erkrankung treten an der Wangenschleimhaut weißliche, kalkspritzerähnliche, fest haftende Beläge auf, die von einem geröteten Hof (Koplik-Flecken) umgeben sind. Am dritten Erkrankungstag tritt ein Exanthem, also eine Rötung, der übrigen Mund- und Rachenschleimhaut auf. Zu diesem Zeitpunkt findet sich auch der erste Gipfel der Fieberkurve. Das Prodromalstadium dauert ca. drei bis vier Tage. Am Ende dieses Stadiums ist die Körpertemperatur auf normale Werte abgefallen.

MUMPS:

Die ersten Symptome bei Mumps sind Appetitlosigkeit, Unwohlsein und evtl. Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einem bis zwei Tagen tritt eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis) auf und es entstehen die charakteristischen "Hamsterbacken" mit einer Anhebung des Ohrläppchens. In 20 Prozent aller Fälle kann diese Schwellung nur einseitig auftreten, oft tritt die Schwellung der zweiten Seite auch erst nach weiteren zwei bis drei Tagen auf. Die Körpertemperatur ist meist nur wenig erhöht. In manchen Fällen sind auch andere Speicheldrüsen und die regionalen Lymphknoten geschwollen. Die Mundschleimhaut entzündet sich, wobei die Mündungsstelle des Ausführungsgangs der Ohrspeicheldrüse hervortritt. Kauen und Kopfbewegungen sind schmerzhaft. Allgemein nimmt der Schweregrad der einzelnen Symptome mit dem Alter zu. Mumps kann sich in verschiedenen anderen Erkrankungen manifestieren. Die wichtigste ist eine asymptomatisch verlaufende Meningitis. Stärkere Kopfschmerzen können ein Hinweis auf diese sein. Außerdem kann begleitend eine Hodenentzündung (Orchitis) auftreten.

MUSKULÄRER SCHIEFHALS:

Der Muskuläre Schiefhals (Torticollis) fällt durch eine typische Fehlstellung des Kopfs auf. Hierbei zieht der verkürzte Muskel den Kopf zur Schulter der betroffen Körperhälfte hin (Kippstellung), und dreht das Kinn auf die gegenüberliegende Seite (Rotationsstellung). Es kommt zu einer Einschränkung der Kopfbeweglichkeit. Der Muskel ist im Vergleich zur Gegenseite messbar verkürzt. Durch die Schiefstellung ist außerdem die Beweglichkeit der Halswirbelsäule vermindert. Bei etwa 55 Prozent der betroffenen Neugeborenen lässt sich ab der zweiten Lebenswoche eine weiche Schwellung im unteren Drittel des Halsmuskels (Muskulus sternocleidomastoideus) feststellen. Diese Schwellung vergrößert sich über die nächsten Wochen und löst sich im Verlauf von etwa sechs Monaten wieder langsam auf. In einigen Fällen besteht mit dem muskulären Schiefhals eine Dysplasie der Hüfte oder Klumpfüße.

NASENPOLYPEN:

Das Ausmaß der Beschwerden bei Nasenpolypen ist von der Größe und Lokalisation der Nasenpolypen abhängig. Durch das Wachstum entwickelt sich eine zunehmend behinderte Nasenatmung, Durch die verschlossene Nase resultiert eine näselnde Stimme. Schnarchen, wiederkehrende Entzündungen der Nasennebenhöhlenund der oberen Luftwege, sowie Mittelohrentzündungen und Kopfschmerzen häufen sich. Außerdem besteht eine vermehrte Sekretion. Düfte werden nicht mehr richtig wahrgenommen, da das Riechvermögen eingeschränkt ist. In extremen Fällen führen die Nasenpolypen unbehandelt über Jahre zu einer Auftreibung des Nasengerüsts (Verdickung der Nase) und einer Vergrößerung des Augenabstands (Hypertelorismus).

PSORIASIS - SCHUPPENFLECHTE:

Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) ist der Hauterneuerungsprozess durch den Angriff des Immunsystems massiv beschleunigt und gesteigert. Beim gesunden Menschen erneuert sich die Haut innerhalb von 26 bis 27 Tagen; bei Psoriatikern ist diese Zeitspanne auf sechs bis sieben Tage verkürzt. Die betroffenen Hautareale sind typischerweise scharf begrenzt, stark durchblutet und gerötet. Die Zellen der obersten Hautschicht (Epidermis) gelangen etwa siebenmal schneller an die Hautoberfläche als bei normaler Haut, wo sie eine glänzende, silbrig-weiße Schuppenschicht bilden. Insgesamt ist die Haut trocken, häufig bilden sich schmerzhafte Risse oder Blasen. Bei etwa der Hälfte der Patienten sind auch die Nägel betroffen. Die erhabenen, geröteten und schuppenden Herde werden auch Plaques genannt. Sie können sehr klein sein, meist sind sie aber münz- bis handtellergroß und treten oftmals symmetrisch an beiden Körperhälften auf. Häufig besteht Juckreiz. Typische Lokalisationen sind Ellenbogen, Kniescheiben und -streckseiten und der behaarte Teil des Kopfs. Die Psoriasis-Herde können als vereinzelte, scharf begrenzte Flecken auftreten, aber auch zusammenfließen (konfluieren) und weitflächig ganze Körperpartien bedecken. Normalerweise beschränken sich die Herde - abgesehen von gewissen Größenveränderungen - auf die Stelle, an der sie zuerst aufgetreten sind, gelegentlich verschwinden sie auch spontan von selbst. Nach den typischen Beschwerden werden drei Hauptformen der Psoriasis unterschieden: Psoriasis vulgaris, Psoriasis pustulosa und Psoriasis-Arthritis. Ein Psoriatiker kann zur gleichen Zeit mehrere Formen der Psoriasis aufweisen oder unterschiedliche Formen in verschiedenen Lebensabschnitten ausbilden.

RHESUS - UNVERTRÄGLICHKEIT:

Eine Rhesusunverträglichkeit äußert sich unter anderem durch Blutarmut (Anämie). Das blutarme Neugeborene ist blass. Der Körper leidet unter Sauerstoffmangel, weil die Zahl der wichtigen Sauerstoffträger des Bluts, die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), abgenommen hat. Als Zeichen der gesteigerten Blutbildung sind Leber und Milz vergrößert. Innerhalb kürzester Zeit nach der Geburt kommt es durch den verstärkten Erythrozytenabbau zu einem Anstieg von Bilirubin im Blut (Hyperbilirubinämie). Sichtbar ist das an der Gelbfärbung des Kinds (Haut und Augen). Wird ein weiterer Anstieg des Abbauprodukts Bilirubin nicht verhindert, lagert es sich im Gehirn ab. Dies kann zu bleibenden Schäden führen (Entwicklungsstörungen, Hörschäden). Die schwerste Form der Rhesusunverträglichkeit ist der Hydrops fetalis. Hier kann es bereits vor der Geburt zum Tod des Ungeborenen kommen. Ursächlich ist dafür eine schwere Anämie und der daraus resultierende Sauerstoffmangel mit massiven Gewebeschäden.

RÖTELN:

Bei Ringelröteln können zwei aufeinander folgende Stadien der Erkrankung unterschieden werden: Nach Ablauf der Inkubationszeit kommt es über einen Zeitraum von ca. sechs Tagen zur Vermehrung des Virus im menschlichen Organismus. Dieses Erkrankungsstadium verläuft meist ohne Symptome, d.h. beschwerdefrei. In manchen Fällen können jedoch ein leichter Husten oder Schnupfen und Kopf- und Muskelschmerzen auftreten. Das Exanthemstadium der Ringelröteln beginnt im Anschluss an das Stadium der Virusvermehrung mit einem leichten Fieber, das oft nur zwei bis drei Tage anhält. Anschließend bildet sich das charakteristische Exanthem aus. Im Gesicht beginnend, kommt es zu einer diffusen Rötung von Wangen und Nasenwurzel, wobei das Kinn, die Lippen und die knorpeligen Anteile der Nase von dieser Verfärbung ausgespart bleiben. Diese Aussparung ähnelt einem Schmetterling. Nach einem Tag breitet sich das Exanthem vom Gesicht auf die Streckseite der Extremitäten, also der Arme und Beine, und die Glutäalgegend, also das Gesäß, aus. Der Körperstamm ist im Allgemeinen nur geringfügig betroffen.Anfänglich hat das Exanthem bei Ringelröteln ein masernähnliches Bild. Durch eine zentrale Abblassung bilden sich aber schnell die charakteristischen ring- bzw. girlandenförmigen Figuren. Der Ausschlag kann über einen Zeitraum von einer bis sieben Wochen anhalten, wobei sowohl die Stärke als auch die Ausdehnung ständig variieren. Neben dem Exanthem treten häufig Gelenkschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen auf.

SCHARLACH:

Typisch für Scharlach ist ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber mit Schluck-beschwerden, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Übelkeit. Die Mandeln sind vergrößert und gerötet und weisen kleine Eiterbelege auf, die Halslymphknoten schwellen an.Ungefähr ab dem dritten Krankheitstag weist die Zunge eine charakteristische Rötung auf, die auch als Himbeerzunge bezeichnet wird. Gleichzeitig bildet sich ein Exanthem (Ausschlag), welches in der Leistengegend beginnt und sich dann über den gesamten Körper ausweitet. Das Dreieck zwischen Mund und Kinn bleibt dabei ausgespart. Nach ca. sechs bis neun Tagen verschwindet dieses Exanthem wieder und es kommt zur Abschuppung der Haut.

SPINA BIFIDA:

Das Ausmaß der Symptome bei Kindern mit einer Spina bifida kann sehr unterschiedlich sein. Es reicht von kaum bemerkbaren Beschwerden bis hin zu einer starken Ausprägung mit beträchtlichen Einschränkungen. Die Ausprägung ist von der Höhe der Spaltbildung (z.B. Brust- oder Lendenwirbelsäule) und dem Ausmaß der in der Vorwölbung (Zele) liegenden Rückenmarksanteile bzw. Nerven, abhängig. Das in der Zele befindliche Rückenmark ist in seiner Funktion gestört. Dies kann Muskel-, Magen- und Darmfunktionen lähmen und zum Verlust der Gefühls- und Schmerzempfindungen führen. Durch die Störungen der knöchernen Wirbelsäule oder infolge der Lähmungen der Muskulatur können Fehlbildungen im Skelettsystem, wie z.B. Verkrümmungen oder Gelenkfehlstellungen, resultieren. Ein bekanntes Beispiel ist der Klumpfuß. Aufgrund der durch die Spina bifida gestörten Blasenfunktion werden häufig Harnweginfektesowie Entleerungsstörungen der Blase, sowohl im Sinne einer "Durchlaufblase" (Urin kann nicht gehalten werden) als auch einer "Überlaufblase" (Urin kann nicht abgelassen werden) beobachtet. Durch die Aussackung des Rückenmarks werden in einigen Fällen das Kleinhirn und die Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark (Medulla oblongata) durch das Hinterhauptsloch nach unten in Richtung Wirbelkanal gezogen. Dadurch entsteht eine Zirkulationsstörung für die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Arnold-Chiari-Syndrom). Durch den Rückstrom zum Gehirn kommt es zur Ausbildung eines Wasserkopfs (Hydrozephalus). Außerdem leiden die Betroffenen bei der Spina bifida in 18 bis 40 Prozent der Fälle am zerebralen Anfallsleiden (Epilepsie). Die geistige Entwicklung ist vom gleichzeitigen Vorhandensein von Fehlbildungen des Gehirns sowie dem Krankheitsverlauf, z.B. der Behandlung des Hydrozephalus, abhängig.

VARIZELLEN ZOSTER:

Zu den Symptomen von Windpocken zählen:

  • Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber (selten über 39°C)
  • Ausschlag (Exanthem): Auftreten kleiner, runder oder ovaler, roter Flecken, über Rumpf, Kopf, Gesicht bis zu den Extremitäten. Es treten verschiedene Ausschlagsformen zur gleichen Zeit auf (Sternenhimmel). Rote Flecken, leichte rötliche Hauterhebungen und Bläschen.
  • Starker Juckreiz am ganzen Körper.
  • Die Symptome dauern für etwa zehn Tage an.

WILMS TUMOR:

Wie bei den meisten Tumorerkrankungen sind Frühzeichen beim Wilms-Tumor (Nephroblastom) selten. Das Hauptsymptom ist eine schmerzlose Vorwölbung der Bauchdecke, die durch den Tumor hervorgerufen wird. Weniger als ein Viertel der Kinder klagt über Schmerzen und nur bei knapp jedem fünften Patienten findet man eine Blutbeimischung zum Urin (Hämaturie). Gelegentlich haben die Kinder Fieber, müssen sich übergeben, oder klagen abwechselnd über Durchfall und Verstopfung. Besondere Auffälligkeiten können sein:

  • fehlende Iris (Aniridie)
  • übermäßiges Wachstum der inneren Organe (Viszeromegalie)
  • Halbeitenriesenwuchs (Hemihypertrophie)
  • Hufeisennieren
  • pigmentierte Male

ZAHNUNGSPROBLEME:

Schlafstörungen, Unruhe und eine vermehrte Speichelbildung sind Anzeichen für das nahende Zahnen. Da der Säugling seine Schmerzen nur durch das Schreien ausdrücken kann, ist dieses gewiss vermehrt zu vernehmen. Darüber hinaus können sich Durchfälle, Fieber und Hautausschläge zeigen, die ebenfalls zur Zahnungsproblematik gehören. Zeitliche Durchbruchsstörungen sind leicht am Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein der Zähne zu erkennen. Eruptionszysten erscheinen als bläuliche, pralle Aufwerfungen auf dem Kiefer. Geschwüre oder Entzündungen sind an Schwellung, Rötung, Blutung und eventuell an der Absonderung von Eiter bei leichtem Druck zu erkennen.